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Künftig weniger Fett, Zucker und Salz in Fertiggerichten

11. Januar 2019

Das Bundeskabinett hat am 19. Dezember 2018 die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertignahrungsmitteln beschlossen.

Hintergrund
In Deutschland sind 62% der Männer, 43% der Frauen und 15% der Kinder übergewichtig. Zu viel Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz erhöhen das Risiko für übergewicht/ Adipositas (Fettleibigkeit) und ernährungsbedingte, zum Teil auch chronische Krankheiten, wie Herz-Kreislauf- Erkrankungen und Typ-II-Diabetes mellitus, deren stetig steigendes Auftreten die Gesundheitssysteme weltweit vor enorme Herausforderungen stellt.

Das Ziel...
der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie sind weniger Zucker, Fette und Salz in Fertiglebensmitteln. „Ich möchte die gesunde Wahl zur leichten Wahl machen“, so Ernährungsministerin Julia Klöckner. Sie ist konsequent in mehreren Runden Tischen mit Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheits- und Verbraucherseite das Thema und die Ziel- setzung des Koalitionsvertrages angegangen. Ein wesentliches Zwischenziel ist nun die Grundsatzvereinbarung, die Klöckner mit der Ernährungswirtschaft schriftlich geschlossen und unterzeichnet hat. Die konkreten Zielvereinbarungen werden ab 2019 umgesetzt.

Die Umsetzung...
der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie liegt eine Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft zugrunde. Die Strategie ist derzeit so für Europa einmalig. Die Ernährungsindustrie verpflichtet sich ab 2019, zur Reduktion des Gehalts an Zucker, Fetten und Salz in ihren Fertiggerichten. Anerkennung sollen dabei auch Initiativen und Bemühungen finden, die von Seiten der Lebensmittelwirtschaft bereits in den vergangenen Jahren geleistet worden sind. Ein erfolgreiches Modell für eine solche Selbstverpflichtung stellt die erhebliche Reduktion von schlechten Transfettsäuren in Lebensmitteln dar, die bereits über eine freiwillige Vereinbarung der Lebensmittelwirtschaft mit dem Bundesministerium erreicht werden konnte. Die Umsetzung ab 2019 wird durch eine Überwachung und ein übergeordnetes Beratungsgremium begleitet, in dem auch Vertreter aus Wissenschaft, Verbraucherorganisationen, von Krankenkassen und Fachgesellschaften, aus dem Gesundheitsbereich, beteiligt sind. Bereits im Herbst 2019 soll der Kommission ein erster Fortschrittsbericht vorgelegt werden. Bis 2025 sollen die festgelegten Ziele erreicht werden.

Konkrete Maßnahmen...
sind beispielsweise:

  • den Gehalt an zugesetztem Zucker verringern, verbunden mit einer Absenkung der Gesamtkalorienzahl bzw. einer Verbesserung der Nährstoffzusammensetzung
  • bis zum Jahr 2025 soll es zu einer deutlich zweistelligen Zuckerreduktion bei zuckergesüßten, alkoholfreien Erfrischungsgetränken zu kommen
  • eine deutliche Verbesserung der Nährstoffzusammensetzung bei Molkereiprodukten und Frühstückscerealien, mit besonderem Fokus auf Kinder- und Jugendernährung. Das Ziel, ebenfalls bis zum Jahr 2025, ist das Erreichen einer zweistelligen, prozentualen Reduktion des Gesamtzuckergehalts dieser Lebensmittelgruppen
  • Im gleichen Zuge erfolgt auch eine Überwachung, was den Einsatz von Süßstoffen und anderen Zuckerersatzstoffen als Ausweichreaktion betrifft
  • eine Einführung eines Grenzwertes zur Maximal-Begrenzung von trans-Fettsäuren wird angestrebt
  • die Entwicklung produktbezogener Lösungen zur positiveren Gestaltung der Fettzusammensetzung mit dem Ziel: den Gehalt an gesättigten Fettsäuren zu senken
  • weitere Forschungen zur Fettreduktion von Backwaren, z.B. eine Alternative für Backmargarine zu finden oder andere Herstellungsprozesse für Siedegebäcke finden, damit sich diese beim Frittieren nicht (so viel) zusätzlich mit Fett vollsaugen (wie bei Berlinern, Schmalzkuchen)
  • bis zum Jahr 2025 eine signifikante Senkung des Salzgehaltes in Brot- und Backwaren, sowie in Produktgruppen des Fleischerhandwerks (z.B. Wurst) und der Tiefkühlwirtschaft (z.B. Fertigpizzen)
  • die Verkleinerung von XXL-Verpackungseinheiten
  • Kinderlebensmittel weniger süßen
  • an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohen Gehalten an Zucker, Fetten
  • und Salz wird eingeschränkt
  • Bereitstellung von Fördermitteln, für innovative Produktentwicklungen für gesündere
  • Lebensmittel, die weniger Fett, Zucker und Salz enthalten


Quellen:
www.in-form.de/wissen/kuenftig-weniger-fett-zucker-und-salz-in-fertiggerichten
www.in-form.de/fileadmin/Dokumente/PDF/20181121bmel-strategiepapier-zucker.pdf

Kontakt und Informationen:
Ansprechpartner: Torsten Jannke, Geschäftsführer
Vitanas Facility Services GmbH
Aroser Allee 68 | 13407 Berlin
Telefon: (030) 456 05 - 107



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