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Vitanas baut Kompetenz Centrum für Demenz in Magdeburg

29. März 2011

Magdeburg / Berlin / Singen. Minister Dr. Karl-Heinz Daehre freute sich anlässlich der Pressekonferenz am 25. März 2011 im Gebäude der ehemaligen Reichsbahndirektion am Schleinufer in Magdeburg, dass sich für den Komplex nun vor Beendigung seiner bald zwölfjährigen Amtszeit eine so gute Lösung gefunden habe.

Durch den jetzigen Investor werde nicht nur ein städtebaulicher Missstand in Magdeburg beseitigt, die Pläne zum Ausbau des seit Jahren ungenutzten historischen Gebäudes stärkten auch den Wissenschaftsstandort Magdeburg.

In Sachen Fördermittel informierte er augenzwinkernd, nicht direkt einen Scheck mitgebracht zu haben, eine Bewilligung entsprechender Anträge hält er jedoch auch nicht für abwegig.

Die Entscheidung zum Aufbau eines reinen Demenz Centrums sei für die Vitanas Gruppe ein nächster konsequenter Schritt in der Umsetzung der Unternehmensphilosophie: Die Konzentration auf diesen höchst relevanten Alterspflegebereich – der hohe qualitative Anforderungen an das Personal stelle – und der rasant zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutung von Demenz nur gerecht werde, so Caspar Boshamer, Geschäftsführer der Vitanas.

Ende April will man den Bauantrag stellen, zur Umsetzung ihrer Pläne werde die Vitanas Gruppe vor Ort einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Die Eröffnung des ersten reinen Demenz Centrums in Sachsen-Anhalt sei dann im September 2012 geplant. Das Angebot des Hauses werde alle Bereiche der Demenzbehandlung  umfassen; neben der ambulanten Pflege werde es Möglichkeiten der Kurzzeitbetreuung -sowohl Tag-, Nacht- als auch Wochenendpflege- geben, die stationäre Pflege erfolge unter anderem in unterschiedlichen Wohnbereichen, ebenso sei eine Intensiv- und Palliativstation vorgesehen. Auch die Alzheimer Gesellschaft werde ein Büro in dem Gebäude beziehen. Bei der Behandlung der Demenzkranken werde man -wie in allen Vitanas Centren- die Zielsetzung verfolgen, wenig bis keine Medikamente einzusetzen. Das stimme überein mit den Zielsetzungen des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Über die mögliche Zusammenarbeit mit dem DZNE für Sachsen-Anhalt informierte Dr. Peter Strutz, Referatsleiter im Kultusministerium Sachsen-Anhalt. Das DZNE Sachsen-Anhalt ist einer von acht Standorten der bundesweiten Forschungsinitiative mit Hauptsitz in Bonn. Durch die geplante Zusammenarbeit könnten neueste Erkenntnisse erfolgreicher Anwendungen in der Demenzbehandlung im „Vitanas Demenz Centrum Magdeburg“ praktiziert werden, zudem erschließe man sich eine entsprechende Rückkopplungsmöglichkeit. Das Projekt werde in Kürze seitens des Bundesvorstandes beraten. Ein Letter of Intent wurde bereits geschlossen.

„Die stark wachsende Zahl Pflegebedürftiger gehört zu den wichtigsten Herausforderungen, mit denen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland künftig konfrontiert sind“, informiert Nikolai P. Burkart von der Burkart Verwaltungen GmbH, die Hauptinvestor der Vitanas sind. Lange sei das Thema Pflege tabuisiert gewesen, nun aber rücke es zunehmend in das öffentliche Bewusstsein. In der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt habe man alle notwendigen Ausgangsvoraussetzungen zur Einrichtung dieser zukunftsweisenden Institution als einen „Leuchtturm der Demenzbehandlung“ gefunden, so Burkart, dessen Familie mütterlicherseits aus Schönebeck an der Elbe stammt.

Zahl der Demenzkranken verdoppelt sich bis 2050

Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung wächst beständig, während am unteren Ende der Bevölkerungspyramide immer weniger junge Menschen nachkommen. Da die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, mit dem Alter stark zunimmt, wird mit dem zunehmenden Anteil der über 65-Jährigen auch die Zahl der Menschen mit Demenz steigen.

In Deutschland leben heute rund 1,3 Millionen Menschen mit Demenz. Im Durchschnitt kommen damit aktuell rund 1.500 Demenzkranke auf 100.000 Einwohner. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl Schätzungen zufolge verdoppeln. (Quelle: Statistisches Bundesamt: Bevölkerung 2008, Bevölkerung 2050; Prävalenz Demenz von Alzheimer Europe: EuroDem)

Vor besonderen Herausforderungen stehen dabei Regionen, wie sie in Sachsen-Anhalt zu finden sind: Deren Bevölkerungsstruktur zunehmend von Alterung und Abwanderung geprägt ist. Hier stehen heute schon relativ wenig potenziell Betreuende im Erwerbsalter für die über 65-Jährigen zur Verfügung. Diesen Regionen kommt eine Pionierrolle zu, denn früher oder später wird diese Entwicklung auch Gebiete erreichen, die derzeit vergleichsweise noch junge Bevölkerungsstrukturen aufweisen.

Aktuell werden auf dem Gesamtpflegemarkt jährlich über 34 Milliarden Euro umgesetzt – das entspricht rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Die im März 2008 vorgelegten Berechnungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder belegen einen klaren Trend hin zu professioneller Pflege in stationären Einrichtungen; alleine zwischen 1999 und 2005 ist der Anteil der zu Hause versorgten Pflegebedürftigen von 72 auf 68 Prozent zurückgegangen.

Bestens gerüstet für die Pflege

Die Vitanas Gruppe sieht sich dafür bestens gerüstet, so informierte Geschäftsführer Caspar Boshamer. Unter inhaltlicher Federführung von Frau Dr. Claudia Zemlin, klinische Psychologin und Gerontologin, die deutschlandweit anerkannte Expertin ist und den Fachbereich „Demenzielle Erkrankungen“ der Vitanas leitet, fänden beispielsweise regelmäßig interne Schulungen und Fortbildungen statt, so Boshamer. Zur Aus- und Weiterbildung verfüge die Vitanas seit 2001 auch über eine staatlich anerkannte Vitanas Akademie gGmbH mit Sitz in Berlin.

„Grundpfeiler des Vitanas Kompetenzkonzepts in der Demenzbehandlung ist der personzentrierte Ansatz nach Tom Kitwood in Verbindung mit den Ideen des Psychobiografischen Pflegemodells des Wiener Pflegeforschers Professor Erwin Böhm“, erklärt Dr. Zemlin. „Um das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Bewohner mit Demenz messbar zu machen, wird die personzentrierte Pflege durch das Dementia Care Mapping (DCM) überwacht“. So könne Vitanas die wichtigsten Ziele in der psychischen Pflege von Menschen mit Demenz möglichst weitgehend erfüllen und deren erhöhtem Bedürfnis nach Liebe, Identität, Trost, Bindung/Verlässlichkeit, Einbeziehung und Beschäftigung nachkommen.

Vitanas Gruppe investiert

Das zukünftige Demenz Centrum Magdeburg, direkt am Stadtzentrum in Dom- und Elbnähe gelegen, verfügt auf fünf Etagen über eine Nutzfläche von mehr als 5.600 Quadratmetern. Architektonisches Highlight des Gebäudes ist eine aufwändige Stahl-Glas-Dachkonstruktion, die zu jeder Jahreszeit viel Helligkeit und Licht ins Atrium – dem zukünftigen zentralen Aufenthalts- und Veranstaltungsraum des Hauses – bringen wird. Bei schönem Wetter können Teile des Glasdachs auch geöffnet werden.

Das Haus mit unverbaubarem Blick auf die Elbe und interessanten Sichtachsen auf den Flussverlauf wird hauptsächlich über Einzelwohneinheiten für 130 Senioren verfügen, womit der heute überwiegende Wunsch nach Einzelzimmer-Unterbringung erfüllt werden kann.  Über 75 Mitarbeiter werden in der Einrichtung dauerhaft eine Beschäftigung finden. Auch die Möglichkeit, Berufsausbildungen anzubieten, ist ein fester Bestandteil des Konzepts.

Die Planungsarbeit und die Durchführung des Umbaus des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes erfolgen unter der Federführung der Architektin Ingetraut Kossel vom renommierten Magdeburger Architektur- & Ingenieurbüro Kossel und Partner, die in der Vergangenheit diverse, teils von der Stadt Magdeburg beauftragte Umbauten in der Landeshauptstadt erfolgreich umgesetzt haben.

Für die interessierte Bevölkerung wird es nach der Fertigstellung erster Bauabschnitte im Herbst 2011 einen Tag der offenen Tür geben.

Weitere Informationen: Zahlen und Fakten zu Demenz

Der Begriff Demenz bezeichnet eine ganze Gruppe von Krankheitsbildern, bei denen wichtige Gehirnfunktionen wie Gedächtnis, Orientierung, Sprache und Lernfähigkeit nach und nach unwiederbringlich verloren gehen. Mit rund zwei Dritteln aller Fälle ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste Form.
Altersabhängige Häufigkeit der Demenz
Demenz-Report 2011 des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, www.berlin-institut.org




Quelle: Demenz-Report 2011 des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, www.berlin- institut.org










Die Vitanas Gruppe

Die 1969 auf Anregung des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Pfarrer Heinrich Albertz, gegründete Vitanas GmbH & Co. KGaA zählt zu den führenden privaten Pflegeheimbetreibern in Deutschland. Zum Unternehmen gehören 35 Senioren Centren, drei Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und zwei geriatrische Kliniken mit gesamt 5.190 Plätzen.

Unter Berücksichtigung der 50-prozentigen Beteiligung an den zwölf städtischen Pflegeheimen in Hamburg, PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH, gemeinsam mit der AF Vermögens- und Handels- GmbH & Co. KG verfügt Vitanas über 52 Einrichtungen mit insgesamt 8.000 Plätzen.

Vitanas ist spezialisiert auf die stationäre Pflege und Betreuung von Senioren, die Betreuung von Menschen mit geistigen Behinderungen bzw. psychischen Erkrankungen, die Behandlung von geriatrisch Erkrankten sowie die Aus- und Fortbildung von Pflegepersonal.

Das Unternehmen beschäftigt über 3.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 152,8 Mio. Euro.

Kontakt und Informationen:

Vitanas GmbH & Co. KGaA
Ansprechpartnerin: Angela Koschies
Aroser Allee 68
13407 Berlin

Telefon: (030) 456 05 – 142
Telefax: (030) 456 05 – 242
E-Mail: a.koschies@vitanas.de

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